Londoner Banken drohen Sonderabgaben und Zerschlagung

erstellt am: 17.06.2010 | Kategorie(n): Finanzen, Politik

Wie der neue britische Finanzminister, Goerge Osborne, gestern ankündigte wird die britische Finanzmarktaufsicht wieder neu geregelt. Bisher existierten die Bank of England, das Finanzministerium und die FSA (Financial Service Authority) nebeneinander und als  eigenständige Aufsichtsorgane, wobei die FSA vor allem für das Londoner Bankenzentrum verantwortlich war.

Jetzt sollen die Befugnisse, welche erst 1997 von der Bank of England an die FSA übertragen wurden, wieder zurück an die Bank of England gegeben werden.  Der Grund hierfür dürfte das Versagen der FSA während der Finanzkrise sein, welche sich bis heute darauf beruft nur einzelne Institute geprüft und nicht den ganzen Markt überwacht zu haben.  So sollen künftig alle Institutionen zur Aufsicht und Regulierung der britischen Finanzmärkte, also vor allem dem Finanzplatz London, unter dem Dach der Zentralbank eingegliedert, oder komplett aufgelöst werden. Unter Leitung der Bank of England sollen noch zwei weitere Institutionen, die Eine zum Verbraucherschutz für Finanzprodukte, die Andere für makroökonomische Zusammenhänge, entstehen.

Außerdem soll geprüft werden, inwieweit es möglich, vertretbar und sinnvoll wäre die großen Banken der Finanzindustrie zu zerschlagen ohne deren Wettbewerbsfähigkeit zu stark zu schädigen. Das Ziel wäre es, die Existenz systemrelevanter Bank aufzulösen, so dass im Notfall nicht der Staat, also der Steuerzahler, für die riskanten Spekulationen gerade stehen muss und die Pleite einer Großbank zwar schlimm ist jedoch keine Katastrophe mehr auslösen kann.

Doch diese Restrukturierung der Kontrollorgane ist nur der erste Punkt auf der Liste des konservativen Finanzministers. Heute machte er sehr deutlich klar, dass er eine Sonderabgabe für Banken einführen werde, notfalls auch ohne internationale Unterstützung. Diese neue Abgabe soll dem Staat zusätzlich rund 3 Milliarden Pfund jährlich in die Kasse spülen. Sollte er dies tatsächlich durchsetzen und andere Länder auf eine solche Abgabe verzichten könnte dies eine große Gefahr für den Finanzplatz London und ein starkes Wachstum für Finanzplätze wie Frankfurt oder New York bedeuten.

Londoner Telefonzelle